Beruflicher Wiedereinstieg nach Krebs
Shownotes
Die medizinische Behandlung ist geschafft, die Reha liegt hinter dir – und nun steht der nächste große Schritt bevor: die Rückkehr in den Beruf.
Doch der Wiedereinstieg ist oft weit mehr als eine organisatorische Herausforderung. Viele Betroffene fragen sich: Bin ich überhaupt schon bereit? Schaffe ich meinen Arbeitsalltag? Wie reagiere ich auf die Erwartungen anderer? Muss ich über meine Krebserkrankung sprechen?
In dieser Folge sprechen wir über die psychologischen Aspekte des beruflichen Wiedereinstiegs nach einer Krebserkrankung. Gemeinsam mit Gabriele Frötscher, leitende Psychologin der Hamm Klinik Park Therme, schauen wir auf die emotionalen Hürden, die viele Betroffene begleiten – von Selbstzweifeln und Leistungsdruck über den Umgang mit Fatigue bis hin zur Kommunikation mit Kolleginnen, Kollegen und Vorgesetzten.
Du erfährst unter anderem: • warum Unsicherheit und Ängste beim Wiedereinstieg ganz normal sind, • wie du besser einschätzen kannst, ob du bereit für die Rückkehr in den Beruf bist, • wie offen du mit deiner Erkrankung umgehen solltest, • wie du deine Grenzen kommunizieren kannst, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben, • und welche Strategien dabei helfen, wieder Vertrauen in die eigene Leistungsfähigkeit zu gewinnen.
Diese Folge knüpft an unsere Podcast-Episode zum beruflichen Wiedereinstieg aus Sicht der Sozialberatung an und ergänzt sie um die psychologische Perspektive.
Transkript anzeigen
00:00:05: Die medizinische Behandlung ist abgeschlossen.
00:00:36: Und nun steht für viele der nächste große Schritt bevor.
00:00:40: Die Rückkehr in den Beruf!
00:00:42: Doch während Anträge, Wiedereingliederung und Arbeitszeiten wichtige organisatorische Themen sind spielen oft ganz andere Fragen die entscheidende Rolle.
00:00:52: Bin ich überhaupt schon bereit?
00:00:54: Schaffe ich meinen Arbeitsalltag?
00:00:56: Wie reagieren meine Kolleginnen und Kollegen?
00:00:59: Muss sich über meine Erkrankungen
00:01:01: sprechen?!
00:01:03: Wie gehe ich mit dem Gefühl, um vielleicht nicht mehr dieselbe Leistungsfähigkeit zu haben wie früher?
00:01:10: Über diese psychologischen Herausforderungen sprechen wir heute mit Gabriele Fritscher.
00:01:15: Sie ist leitende Psychologe in der Hampt-Klinik Parktherme in Bahnenweiler und begleitet seit vielen Jahren Menschen dabei nach einer Krebserkrankung wieder Vertrauen in sich selbst und in ihre Arbeit zu finden.
00:01:26: Hallo Gabi!
00:01:26: Schön dass du heute da bist.
00:01:29: Hi Cindy, freue mich.
00:01:31: Ich freue mich
00:01:32: auch.
00:01:33: Du hast gerade gesagt, du bist ein bisschen aufgeregt.
00:01:35: Geht es ein bisschen?
00:01:37: Das pendelt sich sicher noch ein!
00:01:40: Ich freue mich riesig dass du heute dabei bist und mit mir dieses wahnsinnig wichtige Thema besprichst weil ich glaube wenn's um beruflichen Wiedereinstieg geht denken alle erstmal an viele Formulare und Anträge also sozialrechtliches Thema aber heute beleuchten wir mal eine ganz andere Seite.
00:01:58: Bevor wir aber zu tief ins Thema einsteigen, habe ich ja wie immer auch für dich drei kleine Fragen mitgebracht.
00:02:04: Damit will ich ein bisschen besser kennenlernen und die erste Frage, die ich habe was war oder was ist denn dein diesjähriges Herbst Highlight?
00:02:14: Mein diesjähriges Herbst-Highlight... Da muss ich jetzt wirklich nachdenken!
00:02:20: Ich würde mal sagen, ich liebe es Kastanien zu braten und die dann im Ofen einfach dann diesen Duft schon zu riechen.
00:02:29: Das erinnert mich auch ein bisschen an Südtirol, da gibt es ja das sogenannte Törkelen und das haben wir dieses Jahr einmal schon gemacht und ich denke, dass wird auch noch ein paar mal kommen und das sind, denke ich so Highlights.
00:02:40: Ich mag manchmal auch kleine Dinge im Alltag die dann zu Highlights werden und da sind wir auch als Familie bei Sammeln.
00:02:47: Es ist einfach ein schöner Moment!
00:02:49: Das klingt gut und ich habe den Geruch direkt in der Nase.
00:02:52: Die zweite Frage... An was denkst du denn, wenn du an Zeit für dich selbst denkst?
00:02:59: Da ist für mich, denke ich, Garten das Erste, was mir einfällt.
00:03:05: Wenn ich Zeit für mich habe, dann bin ich meistens im Garten.
00:03:10: Das ist so meine, würde ich sagen größte Ressourcekraftquelle.
00:03:15: Wie schön!
00:03:15: Dann bin ich ganz bei mir, da tauche ich ab, da vergesse ich die Zeit... Ja, vergesse ich mal auch zu kochen
00:03:22: oder?!
00:03:24: Hast du eher so ein
00:03:25: Garten oder
00:03:26: Gemüsegarten?
00:03:27: Beides.
00:03:28: Ah, schön!
00:03:30: Gemüsekarten, Blumen, Bäume... alles wirklich schön.
00:03:38: Und schon die letzte Frage was ist denn dein Lieblingsnachtisch?
00:03:44: Wo?
00:03:44: da könnte ich jetzt ganz viele nennen.
00:03:45: Ich liebe Süßspeisen.
00:03:48: Mein Lieblungsnachtish würde ich sagen ist entweder ein leckeres Eis oder Tiramisu.
00:03:56: Beides gut, ne?
00:04:00: Ja jetzt haben wir ein bisschen Hunger aber
00:04:02: jetzt haben
00:04:03: die drei Fragen auch schon geschafft.
00:04:05: das war ja ganz easy-peasy heute Und dann können wir uns ja auch direkt in unser heutiges Thema reinstürzen.
00:04:13: Wir hatten in einer unserer allerersten Podcast-Folgen mit der Sozialberatung über die organisatorischen Aspekte der beruflichen Wiedereindiederung gesprochen, heute wollen wir auf die psychologische Seite schauen.
00:04:27: Warum ist denn der Wiedeinsteig für viele Betroffene im Kopf so viel schwieriger als sie es vorher erwartet haben?
00:04:34: Was glaubst du?
00:04:36: Also ich denke oder glaube zuerst, müsste man sich so ein bisschen klar machen dass es eben dieser berufliche Wiedereinstieg nach einer Krebserkrankung ja nicht einfach nur bedeutet wieder an den Arbeitsplatz zurückzukehren.
00:04:50: So wie vorher steige ich einfach wieder ein sondern erst mal denken viele Menschen wer wenn die Behandlung abgeschlossen ist und körperlich wieder einigermaßen gut geht, dann kann ich auch wieder in meinen normalen Alltag zurückkehren.
00:05:06: Und da gehört natürlich dann auch der Beruf dazu.
00:05:10: und da merken viele aber so einfach ist das eben gar nicht.
00:05:14: Das glaube ich hat mehrere Gründe.
00:05:19: Ich sage mal, während der Erkrankung da ist ja das klare Ziel meistens ich muss gesund werden.
00:05:24: Das sind die Arzttermine im Vordergrund Untersuchungen Behandlungen.
00:05:28: Bestimmen da den Alltag und man konzentriert sich darauf, dass zu bewältigen was eben gerade ansteht.
00:05:34: und da funktioniert man gewissermaßen von einem Schritt zum nächsten und es kann auch eine ganz wichtige Bewältigung Strategie sein.
00:05:43: und diese emotionale Verarbeitung Ja, der Erkrankung findet dann manchmal erst später statt und kriegt da mehr Raum wenn eben diese intensive Behandlungsphase vorbei ist.
00:05:55: der ja wieder Ruhe einkehrt und genau da steht dann schon für viele eben diese nächste Aufgabe an dieser berufliche Wiedereinstieg.
00:06:03: Und das macht es dann manchmal auch schwieriger, wenn ich emotional gerade voll in der Verarbeitung stecke und jetzt plötzlich ja taucht dieses Thema auf wie schaffe ich's jetzt wieder einzusteigen?
00:06:14: Wie geht mein Leben weiter?
00:06:16: Können da Fragen entstehen?
00:06:18: Was kann ich denn wieder leisten?
00:06:20: Bin eigentlich noch der gleiche Mensch wie vor der Erkrankung?
00:06:24: Da können ganz viele einfach Fragen auftauchen.
00:06:27: Und einerseits freut man sich vielleicht auch drauf wieder zu arbeiten, dann sieht man Kollegen oder Kolleginnen und will eben so ein Stück Normalität wieder zurückgewinnen.
00:06:39: Und andererseits können diese Zweifel auch auftreten.
00:06:42: Schaff ich das denn überhaupt?
00:06:44: So wie du auch im Eingang schon erwähnt hast kann ich mich überhaupt noch gut konzentrieren.
00:06:49: Was passiert denn, wenn ich wieder erschöpft bin oder eben meine Erschöpfung noch stark ausgeprägt ist?
00:06:55: Oder was denken denn die anderen, wenn nicht mehr so leistungsfähig bin wie früher.
00:07:01: Und von außen sieht es dann oft vielleicht so aus als wird man einfach ins alten Leben zurückkehren.
00:07:06: aber innerlich kann man da einem ganz anderen Punkt einfach noch stehen und Das liegt eben auch daran, dass die Behandlung zwar abgeschlossen sein kann aber körperliche und geistige Folgen noch nicht unbedingt verschwunden sind.
00:07:21: Ja wenn man jetzt als Beispiel Fatigue ausnimmt ja das da habt ihr ja auch ein Podcast dazu schon gemacht.
00:07:28: Aber es ist eben nicht nur so eine einfache Müdigkeit sondern es kann wirklich dazu führen, dass man sich auch körperlich und geistic eindeutig belastet fühlt eingeschränkt fühlt weniger belastbar ist.
00:07:41: und dann fällt eben Konzentration, schwere Aufgaben dauern länger.
00:07:47: Und da bleibt dann oft am Abend nach der Arbeit kaum noch irgendwie Energie fürs Privatleben.
00:07:54: Wenn man sich ständig auch mit dem früheren Leistungsdivor vergleicht, dann ist das manchmal auch sehr frustrierend.
00:08:01: Früher war es vielleicht ganz logisch und selbstverständlich dass man acht Stunden arbeitet Und dann konnte man noch Sport machen, Freunde treffen und jetzt reicht die Energie vielleicht gerade noch den Arbeitsalltag zu bewältigen.
00:08:13: Dann kommen schnell Gedanken auf wie früher, früher konnte ich viel mehr warum funktioniert das heute nicht mehr?
00:08:19: Ich glaube eben genau dieser Vergleich erzeugt dann häufig auch noch zusätzlichen Druck ja wenn man gerade leistungsfähig sein möchte.
00:08:27: wie früher versucht man vielleicht auch möglichst schnell das alte Tempo aufzunehmen.
00:08:33: Jetzt neben diesen ganzen In der körperlichen Belastbarkeit gibt es auch noch einen anderen Aspekt, den ich wichtig finde.
00:08:40: Der auch wieder einen Wiedereinstieg erschweren kann.
00:08:44: Das ist manchmal auch so dieses Vertrauen in den eigenen Körper, das ja manchmal aus ein bisschen erschüttert ist.
00:08:51: Menschen vorher waren vielleicht vor der Diagnose immer gesund und haben nie was Ernstes gemerkt, dass da im Körper etwas vor sich ging.
00:09:03: Im Nachhinein entsteht dann da manchmal der Gedanke, wenn mein Körper damals krank sein konnte ohne dass ich es gemerkt habe.
00:09:09: Dann kann ich überhaupt meinen Körpersignalen überhaupt noch vertrauen oder nicht?
00:09:15: Ja und dadurch ist natürlich auch nochmal so dieses Fokussieren auf den Körper viel stärker ausgeprägt ja das man entziehen einen Herzklopfen ungewöhnlicher Schöpfung auch schnell stark bedrohlich betrachtet und da plötzlich Sorgen auftreten.
00:09:32: Ja, das ist natürlich auch beim Wiedereinstieg nochmal so ein Hemmnis und kann auch schwerer dazu kommen dass man da so wie ein inneres Alarmsystem besonders Aufmerksames hat und eben auch Ängste hat und die Anspannung damit auch wieder steigt.
00:09:51: Es hängt natürlich bei der Beim Wiedeinstieg auch ab Nicht nur, wie es mir selber als Mensch geht körperlich und psychisch was ich da schaff.
00:09:59: Sondern auch, wie sind denn die Bedingungen am Arbeitsplatz?
00:10:03: Die spielen eine entscheidende Rolle weil Arbeit ist ja nicht nur Geld verdienen sondern Arbeit gibt ja auch Struktur ermöglicht soziale Kontakte vermittelt das Gefühl dass sich etwas bewirken kann sehr häufig dann auch eng mit Selbstwert und eigener Identität verbunden Und deshalb kann die Rückkehr in einem Beruf sehr positiv sein, gibt ja dann wieder Struktur oder eben man hat Kontakte und gleichzeitig entsteht aber auch dieser Druck.
00:10:34: Ich möchte wieder dazu gehören ich möchte wieder so sein wie vorher.
00:10:38: Ich will die Aufgaben erfüllen und niemanden enttäuschen.
00:10:42: Ja und das ist auch ebenso diese eigene Erwartung die damit Ganz stark im Vordergrund.
00:10:48: und auch von außen kommen oft Erwartungen noch hinzu, dass dann jetzt ist doch alles wieder normal.
00:10:55: Jetzt muss alles wieder laufen.
00:10:57: Und von außensieht man ja den Personen nicht an ob sie unter Fatigue leiden, Konzentrationsschwierigkeiten haben oder psychisch belastet sind.
00:11:10: Da ist es auch wirklich gut zu gucken.
00:11:12: wie kann ich da einen Weg finden?
00:11:17: Ich finde insgesamt, sollte man einfach versuchen das nicht so als Prüfung zu sehen diesen Wiedereinstieg sondern eher als Prozess wo sich einiges entwickeln kann.
00:11:29: Ja und es sind wirklich viele Faktoren die man vielleicht gar nicht so auf dem Stirm hat.
00:11:33: was immer wieder begegnet ist dieses sich selbst vergleichen mit dem alten.
00:11:38: ich sage dass mein imaginären Anführungsstrichen ob man das jetzt von sich selbst in Trinsisch, sich den Druck macht oder wie du eben auch schon erwähnt hast vielleicht sogar mal von außen diese Erwartungen weil ja vielleicht auch alles das was so im Inneren abgeht für das Außen verborgen bleibt.
00:11:57: Welche Gedanken und Ängste begegnen euch in eurer Arbeit da besonders häufig?
00:12:01: Und wie kann man vielleicht auch lernen ein bisschen liebevoller mit sich umzugehen hier in dem Fall und sich nicht so viel Druck zu machen.
00:12:11: Also, was ich erlebe ist das ein häufiger Gedank der Menschen nach der Kripserkrankung beim Wiedereinstieg in den Alltag oder ins Beruf legen begegnet.
00:12:24: Schaff' ich das überhaupt?
00:12:26: Jetzt muss ich vielleicht beweisen ja dass ich wieder leistungsfähig bin.
00:12:29: Das sind diese typischen Gedanken.
00:12:32: und gerade Menschen die eben Vorderkrankungserleistungsorientiert waren, die setzen sich dann da stark unter Druck Und denken vielleicht noch, jetzt war ich so lange weg.
00:12:42: Jetzt darf ich gar nicht jammern.
00:12:44: Muss sich zeigen dass ich wieder voll da bin.
00:12:47: Das ist immer wieder bei diesem Druck und da steckt ja oft dieser Wunsch dahinter die Person zu sein, die mal vor der Krankung war.
00:12:58: Genauso belastbar konzentriert leistungsfähig Und wenn man merkt, es gelingt nicht sofort.
00:13:06: Dann kann das eben sehr frustrierend sein und auch Trauer auslösen.
00:13:11: Manchmal kommen aber auch ganz konkrete Existenzängste dazu.
00:13:15: Wenn jemand jetzt zum Beispiel finanziell auf das Einkommen angewiesen ist dann kommen da Gedanken wie ich darf nicht ausfallen?
00:13:25: Ich muss wieder wirklich voll einsteigen, muss funktionieren damit ich meinen Lebensunterhalt bestreiten kann.
00:13:32: Das ist natürlich noch mal eine ganz andere Schwierigkeit.
00:13:36: Wie kann ich dann noch liebevoll mit mir umgehen, meine Grenzen waren?
00:13:40: Nichtsdestotrotz ist es auch schwierig oder wichtig die eigenen Grenzen wahr zu nehmen und sich da auch doch die nötige Zeit zur Erholung zu geben.
00:13:51: Ich finde auch wichtig eben diesen Wunsch einerseits wieder belastbarer zu werden ernst zu nehmen.
00:13:57: darf ich mir natürlich wünschen wieder mehr zu leisten Aber gleichzeitig immer auch anerkennen, dass mein Ausgangspunkt nach einer schweren Erkrankung eben ein anderer ist und meinen Körper und die Psyche Zeit brauchen um sich da zu erholen.
00:14:13: Und Menschen reagieren ja auch ganz unterschiedlich.
00:14:18: manche versuchen schnell wieder alles zu schaffen überfordern sich damit dann vielleicht auch schneller und andere haben Angst davor sich zu viel zuzumuten vermeiden.
00:14:28: deshalb Schieben das vielleicht auch ganz lange hin, sich da mal auch so Belastungsgrenzen anzunähern.
00:14:38: Und ich denke, so ein Mittelweg ist gut dass man weder in die Überforderung geht noch eine dauerhafte Schonung anstrebt, ja so eine Annäherung an die eigenen Belastungskränzen und so einen Schritt zu mehr Selbstmitgefühl wäre auch, dass man die eigenen Erwartungen auch mal prüft Ja, muss ich denn wieder wirklich sofort alles leisten können?
00:15:05: Oder setze ich mich da stark unter Druck.
00:15:09: So Selbstmitgefühl bedeutet ja nicht dass man sich jetzt bemitleidet und sich von allen Anforderungen zurückzieht sondern eher die Situation realistisch einzuschätzen und gleichzeitig freundlich mit sich selbst umzugehen.
00:15:22: Es wäre so Selbstmittgefühle für mich.
00:15:27: Wir können uns auch mal so die Frage stellen, was würden wir denn einer guten Freundin oder einem guten Freund sagen?
00:15:33: Wenn die Person gerade das erlebt.
00:15:36: Was ja ich jetzt selber erlebe in dem Moment.
00:15:39: Ja da wird man wahrscheinlich wenn die Freundin erzählt, boah ich bin nach vier Stunden Arbeit komplett platt.
00:15:46: Würde man nicht sagen, oh du bist aber schwach!
00:15:49: Nein jetzt reiß' ich doch mal zusammen.
00:15:54: Und da wird man eben wohlwollender sagen, nehmt ihr die Zeit.
00:15:57: Du hast eine schwere Geschichte hinter dir.
00:16:00: und ähnlich darf man diese Haltung auch für sich einnehmen und auch mal sich selbst eher emotigen gut zu reden, dass man nicht alles... ab ersten Tag perfekt auch schaffen muss und auch zu berücksichtigen, dass nicht jeder Tag gleich gut ist.
00:16:18: Man hat mal einen guten Tag, mal ein schlechten Tag.
00:16:20: das vergessen ganz oft Menschen nach einer Gripserkrankung die denken jetzt muss es nur schrittweise bergauf gehen.
00:16:27: ja und das ist auch da so, dass es auch mal schlechte Tage gibt sowie auch Vorerkrankungen.
00:16:34: Genau!
00:16:34: Ist einfach eine Gribserkrank darf man nicht vergessen ist einfach ne körperlich um psychische hohe Belastung.
00:16:40: Und was auch oft vorkommt, ist dass so eine emotionale Empfindlichkeit da ist bei vielen.
00:16:47: Dass sie beschreiben ich bin viel emotionaler und reagiere vielleicht viel schneller das sich mal weinen muss.
00:16:55: Da sind natürlich dann auch so eine Sorge da.
00:16:58: ja Was mache ich denn?
00:17:01: Auch bei Brustkrebs Patientinnen ist es oft so die ja auch eine antihormonelle Behandlung oft haben kann es auch dadurch noch mal verstärkt sein, diese emotionale Befindlichkeit.
00:17:13: Und da kann man sich dann auch überlegen was würde ich denn machen wenn ich plötzlich bei der Arbeit weinen muss?
00:17:18: Ja wie kann ich damit umgehen?
00:17:20: ja dass man da eher auch den Druck rausnimmt.
00:17:23: Man kann emotional berührt sein und trotzdem arbeitsfähig bleiben.
00:17:28: das schließt das eine schließ das andere nicht aus und da könnte man einfach sich auch überlegt was könnte ich sagen oder wie kann Ich mich vorbereiten irgendein Satz sich zu recht legen?
00:17:38: Ja, was sage ich wenn mir das passiert?
00:17:43: Du hast ja jetzt oft gesagt dass die Patienten sich fragen überfordere ich mich unterfordere.
00:17:50: Ich bin nicht überhaupt schon bereit wieder arbeiten zu gehen.
00:17:55: kannst du da irgendwas ausmachen wo du sagst woran könnte denn ein Patient erkennen ob man körperlich und vor allen Dingen eben auch psychisch wieder bereit für einen Wiedereinstieg ist?
00:18:05: gibt es da etwas pauschales?
00:18:07: Pauschal würde ich es nicht nennen, aber ... Ich glaube wichtig ist erst mal zu relativieren.
00:18:15: Dass man eben nichts sagen kann, ich muss jetzt hundertprozentig bereit sein um in den Beruf zurückzukehren.
00:18:22: Aber wenn da jemand darauf wartet dass er zum Beispiel überhaupt keine Angst mehr hat, keine Unsicherheit mehr empfindet oder sich genauso Leistungsfähigkeit fühlt wie vor der Erkrankung dann kann es sein das der Zeitpunkt sehr lange gar nicht so kommt.
00:18:36: Und deshalb finde ich Bereitschaft bedeutet, nicht völlig beschwerdefrei oder angstfrei zu sein.
00:18:43: Sondern vielmehr geht es darum.
00:18:47: kann ich mich jetzt mit meinem derzeitigen Gesundheitszustand auf einen kontrollierten nächsten Schritt einlassen?
00:18:53: und da darf man zunächst mal körperliche Situationen betrachten.
00:18:57: welche Folgen sind nach der Erkrankung noch da?
00:18:59: Oder durch die Behandlung?
00:19:03: ja was ist dann noch vorhanden?
00:19:05: Wie ausgeprägt ist Fatigue oder wie sind Schmerzen?
00:19:11: Da gibt es Schlafprobleme, Konzentrationsschwierigkeiten.
00:19:16: Oder eben wie belastbar bin ich so jetzt im Alltag, merke ich da stark Einschränkungen.
00:19:22: und auch da darf man diese Fragen nicht nur isoliert betrachten sondern man muss es mit den konkreten Anforderungen vom Arbeitsplatz in Verbindung bringen.
00:19:32: Ja, weil wenn ich jetzt zum Beispiel im Homeoffice arbeite.
00:19:37: Dann hat derjenige oder diejenige andere Anforderungen als zum Beispiel ein Busfahrer oder eine Pflegekraft oder jemanden auf dem Bau körperlich schwer arbeiten muss.
00:19:49: Wenn ich aktuell keine schweren Lassen tragen kann dann ist das ja für bestimmte Tätigkeiten großes Hindernis.
00:19:55: Dann kann ich gewisse Dinge gar nicht machen und bin ich damit noch nicht bereit?
00:20:00: Oder bei einer Büro-Tätigkeit, da kann hingegen Konzentrationsprobleme oder auch eine ausgeprägte Erschöpfung stärker im Vordergrund stehen und damit eher eine Schwierigkeit darstellen.
00:20:17: Da ist es wichtig zu überlegen was verlangt meine konkrete Arbeit körperlich, kognitiv und emotional?
00:20:26: Dann kann ich überlegen wie lang kann ich mich schon konzentrieren Ich gut mit Stress umgehen, sofern Stress in meinem Alltag ein Thema ist und ich mit vielen parallelen Aufgaben vielleicht belastet bin.
00:20:40: Und kann ich damit eben schon umgehen?
00:20:43: Brauche ich zusätzliche Pausen?
00:20:46: Welche Tätigkeiten kann ich schon bewältigen?
00:20:48: Wo brauche ich vielleicht Unterstützung oder Anpassungen?
00:20:51: Dass sich mir das eben so überlegt.
00:20:53: Und psychische Bereitschaft ist natürlich auch genauso wichtig.
00:20:58: Und dass man auch da eben nicht nur erwartet ist, ich muss völlig angstfrei sein.
00:21:03: So eine gewisse Angst, denke ich es auf dem Hintergrund die darf auch da sein.
00:21:07: Darf auch Angst haben wir in den Beruf wieder einzusteigen.
00:21:10: Ist auch ein Stück weit normal.
00:21:11: so ne gewisse Aufregung kann aber trotzdem prüfen ja bin ich diesen Anforderungen jetzt gewachsen und bei der psychischen Bereitschaft kann ich einfach mal überlegen kann ich diese Ängste, die vielleicht noch da sind auch wahrnehmen und ansprechen.
00:21:32: Dann bin ich damit schon mal an einem anderen Punkt als wenn ich da überfordert bin und komplett überrumpelt.
00:21:39: auch dann kann ich eben auch überlegen, kann ich Belastungsgrenzen einigermaßen einschätzen?
00:21:46: Kann ich Hilfe annehmen oder kann ich akzeptieren dass der Wiedereinstieg möglicherweise nicht von Anfang an komplett reibungslos läuft.
00:21:58: Und wenn jemand zum Beispiel sagt, ich weiß im Moment noch überhaupt nicht was ich schon schaffe oder was nicht dann ist es auch nicht unbedingt gleich ein Zeichen der ist noch nicht bereit sondern kann auch einfach eine Info sein.
00:22:12: und dann kann man gemeinsam mit behandelnden Personen oder mit Sozialberatung eventuell auch im Rahmen der Reha oder auch mit dem Arbeitgeber prüfen, wie kann ich dann so schrittweise meine Belastbarkeit vielleicht erproben?
00:22:27: Und der Wiedereinstieg ist nicht immer linear.
00:22:29: Das sollte man auch berücksichtigen.
00:22:31: Es kann mal eine gute Woche gehen und es kann wieder mal eine schlechtere Woche da sein und sich erschöpft.
00:22:37: dafür bedeutet aber dann noch nicht automatisch dass das gescheitert ist.
00:22:41: damit der Sonnwiedereinstieg.
00:22:44: Dann heißt es eher Belastung anpassen, Erholungszeit ist vielleicht dann notwendig und so.
00:22:51: Und wenn man jetzt ein bisschen auf die Forschung auch guckt was ist denn wichtig beim beruflichen Wiedereinstieg?
00:22:57: Da sind da viele Faktoren die zusammenspielen.
00:23:00: ja da ist der Gesundheitszustand mal wichtig psychischen Faktor und sind wichtig wie Angst oder eben soziale Faktoren habe ich irgendwie Rückendeckung von zu Hause, hab' ich Familie die mich unterstützt.
00:23:12: Auch die individuellen Erwartungen, welchen Anspruch habe ich an die Arbeit und auch natürlich die Arbeitsbedingungen?
00:23:20: Und wie ich inflexible Arbeitszeiten habe, Möglichkeit Pausen einzulegen ja und das ganze spielt zusammen!
00:23:28: Auf jeden Fall.
00:23:30: Und ich glaube, das hast du ja eben auch schon gesagt gerade der erste Arbeitstag löst ja bei vielen dann so ein bisschen gemischte Gefühle aus und auf der einen Seite bestimmt auch die Vorfreude auch wieder dieser Wiedereinstieg in den alten Alltag aber auch bestimmten diese Unsicherheiten oder die Angst Was glaubst du?
00:23:50: Wie kann man sich denn auf diesen Moment gut vorbereiten und was hilft vielleicht möglichst entspannt in diesem ersten Tag zu starten?
00:23:58: Da würde ich die Vorbereitung auf drei Ebenen sehen, zum einen organisatorisch aber auch psychologisch und auch körperlich.
00:24:07: Wenn ich organisatorisch mal rangehe dann könnte ich konkret den Einstieg vorbereiten dass sich überlegt mit welchem stundenumfang beginne ich oder habe ich auch schon Kontakt mit Arbeitgeber aufgenommen oder so und geht es auch schon vereinbart?
00:24:24: welche Aufgaben erwarten mich?
00:24:27: Wer ist meine Ansprechperson?
00:24:29: Welche Pausenanpassungen sind möglich.
00:24:32: Was muss ich am ersten Tag ausdrücklich noch nicht leisten, um sich das zu fragen?
00:24:38: Da ist es eben wichtig, sich realistische Erwartungen realistisch einzuschätzen sowohl auch die des Arbeitgebers als auch die eigenen, dass auch der Arbeitgeber so realistischer Erwartung hat.
00:24:53: Da könnte eben auch eine stufenweise Wiedereingliederung zum Beispiel ein guter Weg sein, dass man langsam einsteigen kann und die Arbeitsbelastung schrittweise steigert.
00:25:05: Und dass man die konkrete Gestaltung auch gemeinsam mitbehandelnden Ärzten oder auch den zuständigen Stellen Arbeitgeberbetriebsärztlicher Dienst oder auch Krankenkasse der VdS abstimmt – genau!
00:25:19: Ich denke, Sozialdienst kann da helfen.
00:25:22: Sozialberatungen in Anspruch nehmen.
00:25:24: auch bei uns in der Reha wird ja diesbezüglich viel unterstützt des Organisatorische, dass das gut eingefädelt wird und psychologisch finde ich ganz wichtig, dass dieser erste Arbeitstag nicht als Leistungstest gesehen wird sondern eher so ein Erfahrungstag mal sein kann.
00:25:46: Wie fühle ich mich erst mal am Arbeitsplatz wieder zu sein?
00:25:49: Also, dass es mehr darum geht, mal reinzukommen.
00:25:52: Wie viel Energie kostet mich denn die Arbeit?
00:25:55: Wie das funktioniert gut?
00:25:56: Wo brauche ich noch Unterstützung?
00:25:59: Eher mal reinzuspüren und ankommen ohne gleich alles können zu müssen den Druck so ein bisschen rauszunehmen.
00:26:07: Ich muss eben nicht gleich am ersten Tag schon alles können weil das einfach zusätzlich nochmal Kraft kostet.
00:26:14: als vielleicht so eine Idee dazu, wie kann ich denn in den Tag starten?
00:26:18: Was kann mir vielleicht psychologisch auch helfen.
00:26:21: Ich könnte mir einfach so ein Satz zurechtlegen, auch wie ein kleiner Anker der mich dann über einen Tag begleitet... Als Beispiel, ich gehe Schritt für Schritt und muss heute nicht alles schaffen!
00:26:32: Man kann sich das auch vielleicht noch auf ein Kärtchen schreiben.
00:26:35: Zürgestalten, sehr schön!
00:26:36: Einfach
00:26:37: so
00:26:38: als Idee, das nehme ich mit.
00:26:39: Das leg' ich mir vielleicht sogar auf den Schreibtisch, sofern ich einen Bürojob hab oder ihr habt sie in meiner Tasche.
00:26:45: Das begleitet mich einfach so als Stärk-Hintersatz und ich könnte auch am Morgen bevor ich zur Arbeit starten, mir kurz Zeit nehmen und einfach so kurz innerlich mal mich fragen was ist jetzt heute wirklich wichtig?
00:26:59: Was darf warten?
00:27:01: Woran merke ich vielleicht auch, wo ich eine Pause brauche.
00:27:04: Das ist so ein paar kleine Punkte für mich innerlich mal überlegen und dann gehe ich so ein bisschen wie gestärkt da rein.
00:27:12: Was körperlich... Da ist natürlich das Einteilen der eigenen Energie vielleicht ein wichtiger Punkt.
00:27:18: Er spielt eine große Rolle, da hat man auch das Thema Fatigue.
00:27:22: Auch ist es eben ungünstig wenn man solange durchhält bis gar nichts mehr geht sondern ihr ja wirklich Pausen vorausschauend planen dass man auch mal kurz unterbricht und sagt jetzt steh ich mal auf, Schultern lockern ausatmen oder paar Schritte gehen.
00:27:38: Dass man kurze Unterbrechungen oder Pausen zwischendrin noch einplant wäre so eine Möglichkeit oder eine kleine Atemübung zu machen einfach Füße mal am Boden spüren, Schulter lockern tief ein- und ausatman sind so kleine Möglichkeiten besser vielleicht in den Alltag dann wieder reinzustarten.
00:28:00: Ja, und ein Thema was ja auch viele beschäftigt ist ja der Umgang mit Kollegen und Vorgesetzten.
00:28:08: Wie ist das?
00:28:09: Muss ich erzählen dass sich Krebs hatte?
00:28:11: wie offen sollte ich damit umgehen und sollte ich auch vielleicht von Anfang an kommunizieren wie belastbar Ich jetzt bin oder eben nicht mehr Bin?
00:28:22: Allgemein gültige Antwort gibt, weil es sehr unterschiedlich ist.
00:28:27: Manche Menschen gehen da sehr offen mit ihrer Kripserkrankung um andere möchten die Erkrankungen lieber für sich behalten und das beides finde ich völlig in Ordnung.
00:28:36: Und es hängt eher von der eigenen Persönlichkeit ab, von persönlichen Bedürfnissen auch nicht zuletzt vom Arbeitsumfeld.
00:28:45: Ich würde zunächst mal überlegen wie ist denn die Beziehung zu meinen Kolleginnen und Kollegen?
00:28:50: Wie ist das Klima?
00:28:51: im Betrieb?
00:28:52: habe ich das Gefühl, dass mir da grundsätzlich mit Verständnis begegnet wird.
00:28:57: Dann spricht es vielleicht auch eher für eine offene Haltung, kann Offenheit sehr wohl auch entlastend sein.
00:29:06: Manchmal erleben sogar Betroffene wenn sie sich anderen Menschen öffnen, dass die dann von eigenen Erfahrungen berichten können Tabus abgebaut werden.
00:29:14: aber man soll sich da nicht verpflichtet fühlen.
00:29:17: und Wichtig ist da für mich auch die Frage, welche Informationen möchte ich denn teilen?
00:29:22: Ja was braucht mein berufliches Umfeld damit der wieder einstieg gut funktioniert.
00:29:28: Da muss sich nicht unbedingt erzählen welche Diagnose ich hatte oder welche Behandlungen ich da genau bekommen habe sondern könnte auch lang einfach allgemein sagen Ich war länger krank steig jetzt wieder schrittweise ein.
00:29:42: ja Wenn mein Ofener damit umgehen möchte, könnte man natürlich auch konkret benennen.
00:29:46: Ich hatte Krebs oder welche Art des Krebses und bin jetzt wieder im Arbeitsleben.
00:29:53: was man auch machen kann.
00:29:55: Manchmal entlastet es auch, wenn man wie eine kleine Gebrauchsanweisung dem Umfeld mitgibt.
00:30:01: Das ist in privaten manchmal ganz günstig aber kann auch im beruflichen Umfeld ganz hilfreich sein.
00:30:07: Zum Beispiel ich möchte, dass ihr wisst das eine Kripserkrankung hat.
00:30:12: Möcht aber nicht ständig darauf angesprochen werden, wenn das so mein Anliegen wäre oder umgekehrt.
00:30:17: Wenn ihr Fragen habt dürft ihr mich gerne fragen.
00:30:20: Ich spreche da offen drüber.
00:30:24: könnte es auch delegieren und sagen jetzt nehme ich deine Vertrauensperson im Betrieb, die soll das kommunizieren.
00:30:30: Dass dir die Info ans Team oder an die wo ich möchte gern weitergibt, auch eventuell sogar schon im Vorfeld bevor ich zurückkehre damit ich nicht mit Sorge hingehe oh mein Gott wie werden alle reagieren?
00:30:41: da muss ich mich erst mal erklären ja dann macht es auch nochmal Druck Und auch Kollegen sind ja manchmal oder Kolleginnen unsicher.
00:30:50: Wie soll ich denn begegnen?
00:30:52: Ja, was soll ich fragen?
00:30:53: darf ich fragen Darf ich das Thema offen ansprechen oder nicht je nachdem und dann kann es auf beiden Seiten im Grunde Orientierung geben.
00:31:01: und Auch wenn ich net über die Erkrankung sprechen möchte ganz hilfreich sein sich vorher eine Antwort zu überlegen.
00:31:09: Wenn jemand jetzt zum Beginn des Arbeitstags ersten Tag vielleicht auch fragt wie geht's dir denn?
00:31:15: oder auch wenn man dann Menschen da rein nach begegnet, kann man sich einfach was vorbereiten.
00:31:21: Ja danke zum Beispiel geht Schritt für Schritt besser möchte aber erst mal wieder ankommen.
00:31:27: ja dann muss ich nicht gleich spontan überfordert reagieren oder so genau.
00:31:34: und es ist natürlich auch noch ein wichtiger Punkt diese eigene Belastbarkeit und die Frage was sage ich dazu meinem Arbeitgeber?
00:31:44: Da würde ich auch wieder unterscheiden zwischen medizinischen Informationen und arbeitsbezogenen Bedürfnissen.
00:31:51: Ich muss eben nicht automatisch offenlegen, welche Diagnose ich hatte oder welche Behandlungen ich bekommen habe aber ich finde es schon wichtig dass die Menschen dir die Organisation meiner Arbeit verantworten das sie zumindest wissen was sich aktuell leisten kann und welche Rahmenbedingungen ich auch für einen guten Wiedereinstieg brauche.
00:32:12: Und da kann ich auch möglichst konkret werden.
00:32:14: Das ist besser als wenn man jetzt zum Beispiel nur allgemein sagt, Ich bin gerade nicht so belastbar.
00:32:19: Da kann sich der Arbeitgeber wenig drunter vorstellen sondern eher ich kann zum Beispiel vier Stunden grade gut arbeiten.
00:32:25: dann brauche ich aber eine Pause oder möchte die Arbeitszeit schrittweise steigern?
00:32:32: Genau!
00:32:34: und da geht es dann auch vielleicht um flexible Pausenzeiten zu ermöglichen, dass der Arbeitgeber da entgegenkommen kann oder genau das man da konkrete Absprachen trifft.
00:32:48: Das ist wirklich hilfreich.
00:32:50: manchmal was dann auch sein kann ist einfach auch eine reale Herausforderung, dass man auf Unverständnis stößt.
00:32:59: Auch wenn ich meine Belastungsgrenzen äußere oder konkret benenne was ich brauche das sich dann nicht so kriege.
00:33:07: und da als Beispiel Fatigue ist ja ganz oft eben ein Thema sieht man von außen auch nicht.
00:33:13: oder Konzentrationsschwierigkeiten sieht man auch von Außen nicht.
00:33:17: Ja auch Ängste sieht man nicht.
00:33:18: Und eben dann steht manchmal von Außenauch die Erwartung Wenn Ich äußerlich gesund aussehe Dann dürfte doch alles wieder so funktionieren wie früher.
00:33:28: Und da kann auch wieder eine konkrete Aussage helfen, ich kann im Moment diese Aufgabe übernehmen, brauche danach vielleicht aber eine Pause.
00:33:36: Ja und wenn dann immer noch wenig Verständnis da ist was auch wieder passieren kann ja es ist nie eine Garantie.
00:33:45: Dann muss man sich notfalls auch Hilfe holen.
00:33:47: also man muss das dann nicht alleine durchstehen sondern dann sollte man überlegen, kann ich an den Betriebsarzt mich wenden oder Betriebesrat.
00:33:56: Wir haben hinter dem Vertretung Personalstelle oder einfach in die Sozialberatung mal zu gehen.
00:34:01: eventuell läuft es auch bei uns über die Reha da wird ja auch ganz viel angeboten.
00:34:06: wenn jemand bei uns ist wird geklärt im Einzelgespräch oder auch übers Seminare.
00:34:12: Wie kann ich da umgehen?
00:34:14: und ich möchte vielleicht noch einen Hinweis geben, was gibt denn da eine recht gute Webseite?
00:34:19: Wenn es um dieses Thema geht sage ich so oder sage ich nicht.
00:34:22: Oder wie kommuniziere ich?
00:34:24: Und zwar heißt die sagichsagbinderstrich x.de.
00:34:30: Das ist ne tolle Seite finde ich.
00:34:33: wissenschaftlich passierte Webseiten die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit einer chronischen oder gesundheitlichen Beeinträchtigung hilft, selbstbestimmte Entscheidungen zu treffen.
00:34:45: Da gibt es sogar so ein Selbsttest, den man machen kann und dann kriegt man so ein bisschen raus auch.
00:34:51: wie könnte man dafür sich jetzt gut einen Weg finden zu kommunizieren?
00:34:58: Wir haben eben schon oft darüber gesprochen dass viele Betroffene ja selbst sich den Druck machen dass sie nicht mehr dieselbe Leistung bringen können wie früher, aber das ist eben auch von außen her.
00:35:11: Erwartungen sind die man erfüllen möchte.
00:35:13: Wir haben gerade über die unsichtbaren Herausforderungen der Patientinnen und Patienten gesprochen zum Beispiel durch Fatigue oder Konzentrationsprobleme.
00:35:23: Wie kann man mit diesen Sorgen umgehen?
00:35:25: Und die eigenen Grenzen kommunizieren, ohne ständig so ein schlechtes Gewissen zu haben.
00:35:31: Ich glaube das ist das was man ja auch irgendwie immer so könnte einen plagen.
00:35:36: Das kann ich mir gut vorstellen dass man dann sagt Ja ich muss aber immer wieder sagen ne die Aufgabe kann nicht vielleicht noch nicht erfüllen oder brauche länger Zeit.
00:35:48: Ich finde es wirklich einen der schwierigsten Punkte.
00:35:50: ja weil Betroffene haben ja da selbst den Wunsch wieder leistungsfähig zu sein Und dann, ja kriegen das vielleicht eben nicht hin aus den mittlerweile schon oft des genannten Gründen und dann entsteht manchmal dieser innere Konflikt.
00:36:09: Ich möchte es schaffen aber ich schaffe es eben momentan nicht und dann kommt dann vielleicht eben dieses Gefühl noch dazu parz müssen meine kolleginnen oder Kollegen wegen mir mehr arbeiten Dann kriege ich da so ein schlechtes Gewissen und Druck, ich muss jetzt doch.
00:36:25: Und da kann vielleicht ein Perspektivenwechsel helfen, dass man sich sagt eine Grenze ist erst mal keine Schwäche sondern eine Information über die aktuelle Belastbarkeit.
00:36:38: Wenn ich das so betrachte dann ist ja eine Information auch ganz wichtig, dass ich die nicht ignoriere und da ständig dann über die Grenzen gehe.
00:36:49: Sondern im Gegenteil, wenn ich da eben ständig drüber gehe dann riskiere ich das sich mich so erschöpft dass ich dann häufiger auch ausfahre und damit ist ja letztlich niemandem geholfen.
00:37:00: Ja stimmt.
00:37:02: Das heißt was kann da helfen?
00:37:05: Dass man eben sagt schlechtes Gewissen bedeutet nicht automatisch, dass man da etwas falsch gemacht hat sondern es zeigt ja auch häufig, dass es einem wichtig ist für andere dazu sein seine Arbeit gut zu machen.
00:37:18: Und da kann man auch mal die eigenen Erwartungen an sich selbst prüfen, so wie auch vorhin schon mal gesagt.
00:37:25: Da würde ich denn von einem Menschen der gerade eine schwere Kripserkrankung hinter sich hat erwarten dass er sofort wieder genauso viel leistet wie früher und dann würde ich das wahrscheinlich nicht erwarten.
00:37:39: Was wird ne Freundin eben mir sagen?
00:37:41: Die wäre sehr freundlicher mit mir als ich vielleicht selber dass man sich auch mal kritisch hinterfragen.
00:37:48: Und natürlich darf man die Aufgaben ernst nehmen und aus Team ernst nehmen, welche Bedürfnisse da sind oder welche Aufgaben zu erfüllen sind.
00:37:58: aber ich sollte nicht die Gesundheit aufs Spiel setzen.
00:38:01: Dass ich unbedingt beweisen muss das ich jetzt engagiert bin sondern eben auch für sich selbst sorgen keine Form von Verantwortung gegenüber anderen sein.
00:38:11: kann man auch offen kommunizieren, wenn jetzt so ein vertrauensvolles Verhältnis besteht.
00:38:16: Dass man auch selber sagt einfach ich möchte eigentlich wieder gut arbeiten und deshalb muss sich darauf achten meine Kräfte einzuteilen weil wenn ich mich übernehme dann hilft es uns allen nicht genau.
00:38:29: Und er geht's einfach darum auch so realistische Erwartungen miteinander auszuhandeln mit Arbeitgeber Mit Kolleginnen damit dann der Arbeitsalltag gut bewältigbar ist, ja auch zu sagen zum Beispiel ich weiß noch gar nicht wie belastbar ich sein werde.
00:38:47: Ich möchte es mal erst ausprobieren gemeinsam gucken was funktioniert.
00:38:50: das ist auch wieder ehrlicher als von Anfang an zu versprechen ich schaffe jetzt alles wieder.
00:38:56: genau
00:38:57: Das sind immer auf die Perspektive bezogen, wenn man als Patient oder auch in dem Fall als Arbeitnehmer wieder gerne zurück in seinen Alltag möchte.
00:39:08: Wenn man wieder was leisten möchte und da wieder hin möchte.
00:39:13: Es gibt aber auch Menschen bei denen verändern sich nach der Krebserkrankung die Prioritäten im Leben.
00:39:19: Manche möchten ja kürzer treten oder merken dass ihnen andere Dinge vielleicht viel wichtiger geworden sind.
00:39:25: Erlebst du das häufig?
00:39:26: Und wie kann man mit solchen Veränderungen umgehen?
00:39:31: Ja, das erlebe ich tatsächlich immer wieder.
00:39:34: Dass sich da Prioritäten verschieben verändern und es kann tatsächlich durch eine schwere Erkrankung eben dazu führen dass Menschen bestimmte Dinge im Leben anders gewichten, dass zum Beispiel Familie oder Freundschaften oder auch eben natürlich die eigene Gesundheit wichtiger geworden sind.
00:39:53: anderes sagen oder stellen fest, beruflich will ich zwar weiterhin engagiert sein aber ich möchte mich da jetzt zukünftig besser abgrenzen nicht mehr alles leisten.
00:40:03: die achten dann auch mehr auf eigene bedürfnisse und sagen sich vielleicht jetzt bin ich mal dran.
00:40:10: Dann stellen sich man ja auch so die frage was brauche ich jetzt damit es mir gut geht?
00:40:18: Möchte ich diese energie wirklich dafür noch einsetzen?
00:40:22: Und das kann natürlich dann schon auch konkrete Auswirkungen aufs Beruf leben haben.
00:40:27: Manche wollen die Arbeitszeit dann vielleicht reduzieren oder beruflich auch was verändern, inhaltlich etwas verändern.
00:40:36: Andere arbeiten aber weiterhin auch in ihrem Beruf, grenzen sich dann aber vielleicht stärker ab gehen über Arbeitsbelastungen, machen vielleicht nicht mal jede Überstunde oder sagen öfters auch mal das geht jetzt nicht zusätzlich Aufgaben zu übernehmen.
00:40:49: Die können dadurch so ein bisschen mehr eine Grenze ziehen.
00:40:54: und da möchte ich es aber auch jetzt nicht so romantisieren sondern ja dass net ne Krebserkrankung automatisch dazu führt dass dann Menschen plötzlich wissen was jetzt wirklich wichtig ist oder dass sie nur gestärkt aus einer Erfahrung rausgehen und sich Prioritäten komplett verändern.
00:41:11: Sondern manche erleben auch starke Trauer darüber, dass sich ihr Leben verändert hat.
00:41:18: Da geht es dann oft darum wie kann ich akzeptieren lernen das die Energie zum Beispiel begrenzt ist?
00:41:25: ja wenn mein körperlich merkt Ich kann nicht mehr so viel leisten wie früher oder eben Prioritäten verändern sich manchmal auch nicht freiwillig sondern weil der Körper bestimmte Dinge nicht mehr zulässt, dann bin ich gezwungen irgendwie einen Weg zu finden.
00:41:43: Genau und ich denke verschiedene Wege egal wie sich das dann ausgestaltet sind in Ordnung und richtig ob sich Prioritäten ändern aber die müssen sich auch nicht verändern.
00:41:56: Ich denke da ist genau alles im Grunde völlig in Ordnung kommt sehr häufig vor
00:42:04: Ja, aber ich finde es trotzdem wichtig dass du gerade nochmal die andere Perspektive angesprochen hast.
00:42:08: Nicht nur diese romantisierte Perspektiven sondern das ist wirklich auch die Patienten gibt Die können sich gar nicht aussuchen Sondern die müssen ihre Prioritäten verschieben Auch wenn sie das vielleicht gar nicht wollen.
00:42:20: Also find' ich ganz wichtig Dass du auch diese Perspektives noch mal angesprochen Hast.
00:42:26: Wir kommen so langsam zum Abschluss unserer Folge Und Wenn Du jetzt überlegst und dich an alle Menschen richtet, die vielleicht kurz vor ihrem beruflichen Wiedereinstieg stehen.
00:42:40: Könntest du den drei Dinge mit auf den Weg geben wo du sagst das könnt ihr nutzen für euch?
00:42:51: Es gibt sicher ganz viele Dinge die ich mitgeben möchte oder könnte aber wenn ich jetzt so mich beschränken müsste auf drei... Ich glaube dann finde ich also einmal wichtig So die Geduld, seien sie geduldig mit sich?
00:43:09: Einfach dass es nicht sein sollte.
00:43:12: Das ist jetzt ein Leistungstest und ich muss gleich sofort vor loslegen wie vorher sondern eher auch wirklich sich herantasten, sich die Zeit geben, geduldigt mit sich auch sein.
00:43:26: Sonst ist es schnell gehts Richtung Überforderungen.
00:43:31: Und vielleicht das knüpft ein bisschen noch an... sodass der Wiedereinstieg nicht von Anfang an perfekt laufen muss, dass man sich auch erlaubt.
00:43:42: Dass man da Erfahrungen sammeln kann, dass es nicht vom Anfang an eben reibungslos und ohne Schwierigkeit laufen muss.
00:43:49: Dass das nicht so als Prüfung sieht... Und vielleicht als drittes, dass man auch so gemeinsam nach wegen sucht.
00:43:59: Die den Wiedereinstieg erleichtern also da spreche ich jetzt so wieder in Richtung Kommunikation hängt natürlich wieder ab sowie wir es schon besprochen haben wie vertrauensvoll ist mein Umfeld aber oft ist das doch sehr hilfreich auch äußern was brauche ich?
00:44:16: Was wird mir helfen wenn ich gar nicht kommuniziere habe Ich auch gar nicht die Chance dass mir jemand entgegen kommt und den Wiedereinstieg vielleicht dadurch aber auch erleichtern könnte.
00:44:28: Deshalb da einfach gemeinsam gucken, was gibt es an Möglichkeiten?
00:44:33: Das glaube ich wären für mich mal so die drei wesentlichsten Dinge, die ich mitgeben würde.
00:44:39: Ja, ich glaube auch und die kann man hoffentlich auch gut umsetzen wenn man jetzt eben direkt vorm Start in das Berufsleben kommt.
00:44:48: Gabi, jetzt sind wir tatsächlich schon am Ende unserer Folge angekommen.
00:44:52: Es hat mir großen Spaß gemacht!
00:44:54: Ich habe viel gelernt und auch so neue Perspektiven im Kopf doch nochmal eröffnet bekommen.
00:44:59: Vielen Dank dass du dir die Zeit genommen hast und auch deine Erfahrungen mit uns geteilt hast.
00:45:05: Total schön.
00:45:06: Ja sehr gerne sind ich.
00:45:07: Ich fand es jetzt auch total angenehm und auch schön mit dir.
00:45:12: Sehr
00:45:12: schön.
00:45:13: Ich glaube wir sind uns jetzt auch einig das so einen beruflichen Wiedereinstieg Auch nicht unbedingt erst am ersten Arbeitstag beginnt, sondern meistens schon viel früher davor.
00:45:22: Ich meine ihr in der Reha habt das wirklich euer täglich Brot?
00:45:26: Das beschäftigt die Menschen.
00:45:27: wie komme ich eigentlich zurück in mein altes Leben?
00:45:30: und da leistet ihr einfach eine ganz wichtige Arbeit ob es jetzt bei euch eine Psychologie ist aber natürlich auch eine Sozialberatung und auch an allen anderen Abteilungen weil man eben auch körperlich ja wieder fit gemacht werden muss
00:45:44: Genau.
00:45:45: Ich denke, da sind alle Eckpfeiler mit drin, die zusammenspielen und da arbeiten wir auch so als Team zusammen und gucken wie kann individuell der Berufseinstieg für den Menschen, der gerade bei uns ist gut gestaltet werden und beraten entsprechen?
00:46:02: Da kriegen doch die meisten glaube ich einen guten Weg dann hin zu mindestens ein paar Ideen.
00:46:11: Dann erdanken wir natürlich auch euch wieder fürs Einschalten und wenn euch diese Folge gefallen hat, freuen wir uns wie immer über eine Bewertung oder wenn ihr dem Hammer Stark Podcast weiterentfehlt.
00:46:23: Also dann ich bedanke mich sage Tschüssi macht's gut!
00:46:27: Und vergesst wie immer eins nicht Ihr seid Hammer Stark.
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